{"id":12963,"date":"2019-06-04T13:59:45","date_gmt":"2019-06-04T11:59:45","guid":{"rendered":"http:\/\/muzeumpapiernictwa.pl\/?page_id=12963"},"modified":"2025-03-12T10:29:20","modified_gmt":"2025-03-12T09:29:20","slug":"unesco","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/muzeumpapiernictwa.pl\/de\/muhle\/unesco\/","title":{"rendered":"Papierm\u00fchlen auf die Liste des UNESCO-Welterbes"},"content":{"rendered":"<p><\/p>\n<p><strong>Die \u00c4ra der Papierm\u00fchlen setzte in Europa im 13. Jh. ein.<\/strong> <strong>In einem Zeitraum von mehr als 500 Jahren entstanden mehrere tausend Produktionsst\u00e4tten, in denen Papier per Hand hergestellt wurde. <\/strong><strong>Obwohl noch im 20. Jh. einige wenige Papierm\u00fchlen in Betrieb waren und ein paar von ihnen bis heute \u00fcberdauern konnten, muss hingenommen werden, dass die traditionelle Papierherstellung, die sich auf einfache, wasserbetriebene Vorrichtungen und das Sch\u00f6pfen von Papier auf der Basis von Papiermasse auf Sieben st\u00fctzt, im 19. <\/strong><strong>Jh. von Fabriken mit modernen Maschinen zur Papierherstellung verdr\u00e4ngt worden ist. <\/strong> <strong>\u00a0<\/strong>Bis heute haben nicht ganz 30 ehemalige Papierm\u00fchlen, Zeugen der althergebrachten Technologie der Papierherstellung, die St\u00fcrme der Zeiten \u00fcberdauert. Unter den noch bestehenden Objekten ist die Papierm\u00fchle in Duszniki-Zdr\u00f3j (Polen) eines der interessantesten, beherbergt es doch seit 50 Jahren das Museum zur Papierherstellung. Das Museum in Duszniki ist bestrebt, den Antrag auf Eintragung einiger der wertvollsten historischen Papierm\u00fchlen in die Liste des UNESCO-Welterbes vorzubereiten. Zur Zeit gibt es drei Museen zur Papierherstellung, die zusammenarbeiten: Duszniki-Zdr\u00f3j in Polen, Velke Losiny in der Tschechischen Republik und Homburg am Main in Deutschland. <strong>Duszniki-Zdr\u00f3j (Polen)<\/strong> Die Anf\u00e4nge der Papierherstellung in Duszniki lassen sich bis in den Zeitraum vor 1562 zur\u00fcckdatieren. Im Jahr 1601 zerst\u00f6rte ein Hochwasser einen Teil der M\u00fchle. Der damalige Besitzer, Gregor Kretschmer, lie\u00df diese wieder aufbauen und nahm im Jahr 1605 die Papierherstellung wieder auf. Ihre glanzvollsten Zeiten erlebte die Papierm\u00fchle im 17. und 18. Jh. Es waren die Papierfabrikanten aus Duszniki, die seinerzeit durch den Verkauf von Papier zu betr\u00e4chtlichem Reichtum gelangten, die Produktion modernisierten und die Fabrik verzierten, wodurch diese zu einer der sch\u00f6nsten Industrieanlagen Europas wurde. Dekorationen in Form von Rosetten und Halbrosetten \u00fcber den Fenstern von Westen und Norden her sowie Dachabdeckungen in Form von Voluten, welche die R\u00e4ume zum Trocknen vor heftigem Regen sch\u00fctzen, sind Elemente, die in keiner anderen Papierfabrik zu finden sind. \u00c4hnlich ungew\u00f6hnlich sind die Wandmalereien in den Wohnr\u00e4umen der einstigen Papiermacher. Das f\u00fcnfst\u00f6ckige M\u00fchlengeb\u00e4ude und der sechsgeschossige Papiertrockenraum z\u00e4hlten im 18. Jahrhundert zu den h\u00f6chsten Geb\u00e4uden in Duszniki. Die Funktion der einzelnen R\u00e4ume war charakteristisch f\u00fcr zahlreiche Papierfabriken (Papierherstellung und -verarbeitung unten, Trocknen oben auf den Dachb\u00f6den). Im 19. Jh. geriet die Papierm\u00fchle infolge der Entwicklung maschinenbasierter Herstellungsverfahren f\u00fcr Papier allm\u00e4hlich in den Strudel des Untergangs. Um die Firma zu retten lie\u00df der damalige Besitzer, Karl Wiehr, in dem Geb\u00e4ude eine Maschine zur Kartonherstellung installieren, allerdings verschlechterte sich Wiehrs wirtschaftliche Lage w\u00e4hrend der Weltwirtschaftskrise, so dass die Produktion eingestellt werden musste. Im Jahr 1939 wurde das Papierwerk an die Stadt verkauft, wobei man bereits damals mit dem Gedanken spielte, hier ein Museum einzurichten. Im Jahr 1945 wurde die heruntergekommene M\u00fchle vom polnischen Staat \u00fcbernommen. In den 1960er-Jahren begannen die Renovierungsarbeiten, 1968 wurde das Papiermuseum er\u00f6ffnet. 1971 wurde dann die Herstellung von Papier anhand der althergebrachten Sch\u00f6pftechnik wieder aufgenommen. Das Museum Duszniki ist der gr\u00f6\u00dfte Hersteller handgesch\u00f6pften Papiers in Polen und das landesweit einzige Unternehmen, das Sch\u00f6pfsiebe, mit denen Papier mit Wasserzeichen gesch\u00f6pft werden kann, selbst entwirft und anfertigt. Im Jahr 2011 wurde der M\u00fchle der Status eines historischen Monuments zuerkannt, was die Aufnahme in die Liste des UNESCO-Welterbes erm\u00f6glichte.<\/p>\n<hr \/>\n<p>\u00a0 <a href=\"http:\/\/muzeumpapiernictwa.pl\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/MP-fot-z-drona-72dpi-sRGB-e1516175215967.jpg\" data-rel=\"lightbox-image-0\" data-rl_title=\"\" data-rl_caption=\"\" title=\"\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-10656\" src=\"http:\/\/muzeumpapiernictwa.pl\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/MP-fot-z-drona-72dpi-sRGB-e1516175215967.jpg\" alt=\"MP fot z drona 72dpi sRGB\" width=\"600\" height=\"426\" \/><\/a><\/p>\n<hr \/>\n<p>\u00a0 <strong>Velke Losiny (Tschechische Republik)<\/strong> Die Papierm\u00fchle in Velke Losiny entstand in den Jahren 1591-1596. Seine heutige Gestalt nahm das Geb\u00e4ude am \u00dcbergang vom 18. zum 19. Jh. an. Trotz der erheblichen Konkurrenz seitens modern ausgestatteter Papierfabriken konnte die M\u00fchle in Losiny die Papierherstellung auch im 19. Jh. nach traditionellen Techniken weiterf\u00fchren. \u00a0Ein Grund hierf\u00fcr war, dass gesch\u00f6pftes Papier zur Herstellung von Filtern f\u00fcr den Bedarf verschiedener Industriezweige ben\u00f6tigt wurde. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Papierm\u00fchle verstaatlicht und man richtete dort museale Ausstellungsr\u00e4ume ein. Seit 2006 geh\u00f6rt die M\u00fchle zu einer Aktiengesellschaft. Im Jahr 2002 wurde die Papierm\u00fchle von der Regierung der Tschechischen Republik zum Nationalen Kulturdenkmal erkl\u00e4rt. Aufgenommen wurde sie auch in die Tentativliste der UNESCO, was den Weg zur Aufnahme in die Liste des Weltkulturerbes er\u00f6ffnete. Die Papierm\u00fchle in Velke Losiny bildet ein Komplex in gutem Zustand erhaltener gemauerter Geb\u00e4ude mit\u00a0 Schindeld\u00e4chern. \u00c4hnlich wie in Duszniki dienten die unteren R\u00e4ume der Vorbereitung der Rohstoffe, dem Absch\u00f6pfen und der Bearbeitung von Papier. Der mehrst\u00f6ckige Speicher diente zur Trocknung von Papier. \u00a0 Der Museumsbereich informiert \u00fcber die Geschichte der Papierherstellung und die Traditionen des Papiersch\u00f6pfens in Velk\u00e9 Losiny. Ein weiteres Element der Tour ist ein Besuch im Sch\u00f6pfraum, wo handgemachtes Papier hergestellt wird. Die Papierfabrik in Velk\u00e9 Losiny ist einer der gr\u00f6\u00dften Hersteller\u00a0 handgemachten Papiers in Europa.<\/p>\n<hr \/>\n<p>\u00a0 <a href=\"http:\/\/muzeumpapiernictwa.pl\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/X4A0995_6_7hdr-Edit-e1516175230391.jpg\" data-rel=\"lightbox-image-1\" data-rl_title=\"\" data-rl_caption=\"\" title=\"\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-10657\" src=\"http:\/\/muzeumpapiernictwa.pl\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/X4A0995_6_7hdr-Edit-e1516175230391.jpg\" alt=\"_X4A0995_6_7hdr-Edit\" width=\"600\" height=\"397\" \/><\/a><\/p>\n<hr \/>\n<p>\u00a0 <strong>Homburg (Deutschland)<\/strong> Die Papierfabrik in Homburg stammt aus dem Jahr 1807. und liegt am Main, im Bundesland Bayern. An ihren jetzigen Standort wurde die M\u00fchle aus Windheim verlegt &#8211; St\u00fcckchen f\u00fcr St\u00fcckchen. Die Papierm\u00fchle in Windheim stammt aus dem 17. Jh. Im 19. Jh. wurde dort eine kleine Maschine zur Herstellung von Karton installiert. Das Geb\u00e4ude besa\u00df eine Funktionsaufteilung, so wie diese andere Papierm\u00fchlen auch aufwiesen: in den unteren Stockwerken fand die Herstellung statt, in den oberen wurde das Papier getrocknet. Das Wasserrad und andere Ger\u00e4te aus der alten M\u00fchle sowie die Kartonmaschine aus der zweiten H\u00e4lfte des 19. Jahrhunderts sind bis heute erhalten geblieben. Nach umfangreichen Renovierungsarbeiten wurden 1997 das Papiermuseum und die dazugeh\u00f6rige Werkstatt er\u00f6ffnet. Die Institution wird von einem Nachkommen der ehemaligen Besitzer der Papierfabrik, Johannes Follmer, geleitet, und vom Main-Spessart-Kreis finanziert.<\/p>\n<hr \/>\n<p>\u00a0 <a href=\"http:\/\/muzeumpapiernictwa.pl\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/Papierm\u00fchle_Homburg_am_Main-e1516175245938.jpg\" data-rel=\"lightbox-image-2\" data-rl_title=\"\" data-rl_caption=\"\" title=\"\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-10659\" src=\"http:\/\/muzeumpapiernictwa.pl\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/Papierm\u00fchle_Homburg_am_Main-e1516175245938.jpg\" alt=\"Papierm\u00fchle_Homburg_am_Main\" width=\"600\" height=\"338\" \/><\/a><\/p>\n<hr \/>\n<p>\u00a0 *** Unsere Bestreben ist es, f\u00fcr diese Zusammenarbeit mehrere Papierfabriken aus anderen europ\u00e4ischen L\u00e4ndern zu gewinnen, die sich durch einen au\u00dfergew\u00f6hnlichen Wert auszeichnen. Ziel des Projekts ist es, einen Antrag auf Aufnahme in die UNESCO-Liste f\u00fcr etwa 5 &#8211; 8 historische Papierfabriken vorzubereiten, da diese Zeugen manueller Technikern der Papierherstellung\u00a0 sind. Im Jahr 2018 war die Moulin \u00e0 papier Richard de Bas in Ambert, Frankreich, auch an einer Zusammenarbeit im Rahmen des Projekts zur Aufnahme der wertvollsten europ\u00e4ischen Papierfabriken interessiert.<\/p>\n<p><\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die \u00c4ra der Papierm\u00fchlen setzte in Europa im 13. Jh. ein. In einem Zeitraum von mehr als 500 Jahren entstanden mehrere tausend Produktionsst\u00e4tten, in denen Papier per Hand hergestellt wurde. Obwohl noch im 20. 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